Sonne im Skorpion
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— Bedeutung des Sternzeichens
Vom 23. Oktober bis zum 22. November steht die Sonne im Skorpion. Es ist die Zeit, in der das Laub fällt und man wieder sieht, wie ein Baum gebaut ist. Kaum ein Zeichen hat einen so dunklen Ruf: verschlossen, eifersüchtig, nachtragend, gefährlich, wenn man ihm zu nahe kommt. Wer einen Skorpion kennt, hat diese Warnung schon gehört. Meistens von jemandem, der nicht hereingelassen wurde.
Was ist die Schwäche eines Skorpions?
Als Schwäche des Skorpions gilt sein Misstrauen: Er lässt Menschen lange nicht herein, und was ihn verletzt hat, vergisst er nicht. Was dabei übersehen wird: Der Skorpion misstraut selten aus Kälte. Er prüft, weil er weiß, wie viel er gibt, wenn er einmal vertraut. Halbes Vertrauen kennt er nicht.
Die eigentliche Schwäche liegt woanders. Wer alles bis auf den Grund sehen will, hält schwer aus, was sich nicht klären lässt. Dann wird aus Tiefe Kontrolle. Und aus Vorsicht wird ein Raum, in den irgendwann niemand mehr hineinkommt, auch die nicht, die er eigentlich darin haben möchte.
Was bedeutet Sonne im Skorpion?
Die Sonne im Skorpion beschreibt jemanden, der nicht an der Oberfläche bleibt. In Gesprächen, in Beziehungen, in der Arbeit zählt für ihn, was darunter liegt: ob jemand meint, was er sagt, und ob etwas trägt, wenn es ernst wird. Es geht nicht um Dunkelheit, sondern um Echtheit — darum, dass nichts vorgespielt wird.
Nicht verschlossen — wählerisch mit Nähe
Der Unterschied klingt klein und ist es nicht.
Verschlossen ist, wer niemanden hereinlassen will. Wählerisch ist, wer weiß, was es bedeutet, jemanden hereinzulassen. Der Skorpion teilt nicht wenig, weil er wenig hat. Er teilt wenig, weil das, was er teilt, ganz ist. Ein Geheimnis, das man ihm anvertraut, bleibt eines. Und er erwartet dasselbe zurück.
Man hält ihn für misstrauisch. Dabei nimmt er nur ernst, was andere leichtfertig verschenken. Das macht Nähe nicht einfacher. Nur verlässlicher.
Warum der Skorpion oft missverstanden wird
In der griechischen Sage schickt die Erde einen Skorpion gegen den Jäger Orion, der geprahlt hatte, er könne jedes Tier der Welt erlegen. Beide kamen an den Himmel, aber an entgegengesetzte Enden. Wenn der Skorpion im Osten aufgeht, versinkt Orion im Westen. Bis heute stehen sie nie zugleich am Himmel.
Vielleicht erklärt das etwas. Vom Skorpion wird fast immer aus der Sicht dessen erzählt, der vor ihm flieht. Dass er geschickt wurde, um etwas zu schützen, kommt in der Geschichte selten vor.
Und noch etwas geht meist verloren: Ein Teil seiner Sterne gehört ihm nicht mehr. Seine Scheren haben die Römer herausgelöst und eine Waage daraus gemacht. Mehr dazu im Beitrag Sonne in der Waage. Der Skorpion ist das Zeichen, dem etwas genommen wurde, und er ist dabei nicht kleiner geworden. Nur stiller.
Das Bild zu diesem Beitrag zeigt deshalb keinen Skorpion, sondern einen Stein: außen rau und dunkel, ohne jeden Glanz. Nur ein schmaler Riss läuft durch ihn hindurch, und darin liegt Licht — Kristalle, die man erst sieht, wenn man nah genug herankommt. Der Stein ist nicht zerbrochen. Er hat sich einen Spalt weit geöffnet.
Und dann ist da noch die andere Hälfte
Bis hierhin war nur von der Sonne die Rede. Sie ist das, was du in die Welt trägst — dein Auftritt, deine Art zu erscheinen.
Der Mond ist etwas anderes. Er zeigt, wie du wahrnimmst, bevor du etwas sagst. Was dich beruhigt und was dich hochfahren lässt. Wie du bist, wenn niemand zusieht.
Bei den meisten Menschen ziehen die beiden nicht in dieselbe Richtung.
Ein Skorpion mit Mond in den Zwillingen redet leicht und meint es trotzdem ernst. Er fragt viel, aber nie beliebig. Ein Skorpion mit Mond im Stier geht dorthin, wo es ernst wird, und geht nicht wieder weg, wenn es lange dauert. Beide tragen dasselbe Sternzeichen. Sie leben es auf völlig verschiedene Weise.
Genau dort, wo Sonne und Mond auseinandergehen, beginnt das, was dich von anderen mit demselben Sternzeichen unterscheidet.
Wie du dein Mondzeichen findest
Für das Sonnenzeichen genügt das Geburtsdatum. Für das Mondzeichen brauchst du zusätzlich die Geburtszeit und den Ort, denn der Mond wechselt etwa alle zweieinhalb Tage das Zeichen, manchmal mitten am Tag. Zwei Menschen, die am selben Datum geboren wurden, können verschiedene Mondzeichen haben.
Wenn du deine Geburtszeit nicht kennst: Sie steht in der Geburtsurkunde und lässt sich beim Standesamt des Geburtsortes anfordern. Und wenn du dein Mondzeichen nicht selbst bestimmen magst, schreib mir. Ich schaue nach.
Der Funke — Sonne im Skorpion Sechs Seiten zu deiner Kombination aus Sonne und Mond. Kein Test, keine Liste. Zur Konstellation
— Ray